Lange dachte ich, Selbstannahme sei etwas, das man erreichen sollte. Durch Einsicht, durch Übung, durch genug Verständnis für die eigenen Muster. Heute weiß ich: Selbstannahme entsteht nicht durch Arbeit an sich selbst, sondern durch ein Stillwerden bei sich selbst.
Sie geschieht dort, wo nichts mehr optimiert werden soll. Wo Emotionen nicht als Problem gesehen werden. Wo der Körper nicht korrigiert, sondern bewohnt wird.
In meiner Arbeit habe ich immer wieder erlebt: Heilung beginnt nicht mit Veränderung, sondern mit einem inneren Raum von Sicherheit.
Wenn ein Mensch sich selbst nicht mehr verlässt, wenn er spürt: Ich darf hier sein – genau so, dann beginnt das Nervensystem sich zu regulieren. Dann lösen sich Spannungen, ohne dass man sie „machen“ müsste. Dann verändern sich Gefühle, Gedanken und alte Muster von selbst.
Selbstannahme ist kein Zustand der Gleichgültigkeit. Sie ist lebendig, ehrlich, manchmal roh. Sie bedeutet nicht, alles gut zu finden – sondern nichts mehr wegmachen zu müssen.
Was ich weitergebe, sind keine Techniken zur Selbstoptimierung. Sondern Einladungen, wieder in Beziehung mit sich selbst zu treten. Mit dem Körper. Mit dem inneren Erleben. Mit dem, was jetzt da ist.
Denn dort – genau dort – beginnt echte Veränderung.


