SPIRIT UAL – SEELE
MEDICINE
SPI RITUAL
Wenn ich davon ausgehe, dass der Mensch eben diese Einheit aus Körper-Geist/Psyche und SEELE ist, dann ist es für mich – wie schon mehrfach erwähnt – eine Selbstverständlichkeit, dass eine Auseinandersetzung mit allen 3 Bereichen für eine Heilung unumgänglich ist.
Mir ist klar, dass sich die meisten Mediziner in der westlichen Welt entweder mit dem Körper oder mit der Psyche beschäftigen oder im besten Fall mit beiden und diese behandeln. Auf den „Teil“ in uns, den wir eventuell mit „Seele“ bezeichnen wird normalerweise nicht geschaut oder maximal nur am Rande gestreift.
Diese Aufgabe erfüllten bzw. erfüllen Priester oder andere religiöse oder spirituelle Lehrer. Früher war es noch Gang und Gäbe einen solchen aufzusuchen und um Begleitung und Hilfe zu bitten. Auch die „ritualisierten Treffen“, wie Kirchengänge und Agape dienten dazu, immer wieder Kontakt zur „göttlichen Essenz“ in uns aufzunehmen – ganz im Sinne von SPIRIT + RITUS.
Auf diese Weise konnte eine gewisse seelische Gesundheit erhalten werden, da die Verbindung, die Erinnerung an unsere wahre Natur immer wieder aufgefrischt wurde. Durch die Art und Weise der Lebensführung im Westen, wie sie sich in den letzten Jahrzehnten entwickelte ging diese ritualisierte Verabredung mit der Seele immer mehr verloren beziehungsweise wurde zu einer Pflichtkür, einer Art „Fassadenarbeit“, ein reines „Abarbeiten“ des Ritus ohne die echte Erfahrung von Eins-Sein.
Der Gesellschaft ging etwas essentielles verloren und ich bin überzeugt, dass dies einen krankmachenden Faktor darstellt. Nicht mehr aus der Seelen-Ebene, aus dem Atman heraus zu leben kann auf Dauer nur krank machen, da die Quelle zur Erneuerung abgeschnitten wird. Es stellt sich eine Art Automaten-Roboter-Modus ein, wobei der Mensch nur mehr wie eine Maschine funktioniert und das Leben mehr abarbeitet als wirklich LEBT. Wofür ist die Frage…
Die Liste der Zwänge ist lange und der Verstand schafft sich viele Glaubenssätze, die ein Leben in der Freude und in der Verbindung mit allem was ist verhindern.
Uns fehlen passende RÄUME und Umfelder, um in Verbindung mit „unserem“ Spirit zu gehen und auch wenn schon viele von uns sich ihre eigenen Räume geschaffen haben, der ganz große Teil der Gesellschaft befindet sich im spirituellen Vakuum. Aus der tiefen Sehnsucht danach – denn sie ist in uns allen angelegt – stürzen sich die meisten tiefer ins Materielle hinein oder fallen diversen fragwürdigen Gruppierungen zum Opfer. Die Sehnsucht ist groß und das Leiden ebenso.
Wieso sollte ein Arzt nicht auch auf der spirituellen, auf der Seelenebene begleiten?
In vielen Gesprächen mit Patienten und mit Menschen, die mir begegneten wurde mehr als deutlich, dass dieses Bedürfnis nach Beratung oder Unterstützung groß ist. Und obwohl ich es nie darauf anlegte, mich als „Lehrer“ aufzuspielen, suchten die Menschen in diesen Gesprächen mit mir nach Antworten. Vielleicht weil es sie instinktiv zu mir in der Rolle des Arztes hinzog. Waren und sind denn die Medizinmänner und -frauen, die Schamanen und Schamaninnen selbstverständlich für den Seelenanteil „zuständig“?
Also warum sollte ein Arzt das Thema wegsperren?
Ich denke, dass die Beschäftigung mit diesem Thema ganz natürlich zu mir kam und nur eine logische Konsequenz darstellt, in dem Wunsch holistisch (ganzheitlich) tätig zu sein. Und auch wenn ich mich anfangs fast sogar dafür schämte und es wie hinter einer vorgehaltenen Hand wagte darüber zu sprechen, es ist jetzt an der Zeit für meine Wahrheit einzustehen und dem Thema seinen verdienten Raum in meiner Arbeit zu geben.
Auch ich bin ein Kind dieser Zeit , dieser Prägung und aufgrund meiner Erziehung war es eine Herausforderung für mich, mich von den alten Glaubenssätzen zu befreien. Ich habe diese Stimme immer noch im Ohr, die mir sagt, dass das alles Hokuspokus ist und keinen Platz in einer naturwissenschaftlich orientierten, rationellen Medizin hat! Und auch jetzt noch spüre ich ein leises Unbehagen und der Gedanke kommt auf, ich könnte dafür irgendwie bestraft werden oder sogar gesteinigt… ;-))
Doch selbst wenn dies so kommen sollte, kann es mich nicht davon abhalten diesen Weg zu gehen. Wenn jemand zu mir kommt und bereit ist, sich mit der Seelen-Ebene zu beschäftigen, bin ich es auch und mit Freude da und voll präsent.
Ich respektiere die Grenze eines jeden und weiß, dass es nicht für alle ein Thema ist, zumindest vielleicht NOCH nicht. Doch habe ich auch in der Arbeit als Ärztin gesehen, dass je direkter Menschen mit dem Tod oder lebensbedrohlichen Erkrankungen konfrontiert werden, das Bedürfnis nach einem Gesprächspartner zum Austausch groß ist.
Ich versuche diesen Raum zu bieten, wiederherzustellen, wenn er verloren gegangen ist, in dem – wie auf „RITUELLE“ Weise Verbindung zum SPIRIT hergestellt werden kann – ganz im Sinne von SPIRITUALITÄT.


