Wenn von Yoga gesprochen wird, ist damit häufig Unterschiedliches gemeint.
Im heutigen westlichen Kontext wird Yoga oft vor allem über die körperliche Praxis wahrgenommen – über Bewegung, Haltungen, Atem oder Entspannung.
Yoga selbst ist jedoch ein weiter Erfahrungsraum, der sich nicht auf eine einzelne Praxisform reduzieren lässt. Je nach Kontext, Intention und Ebene kann Yoga sehr unterschiedlich erfahren und vermittelt werden.
In meiner Arbeit beziehe ich mich unter anderem konkret auf die körperliche Praxis der Asanas, wie sie im Hatha Yoga verankert ist. Der Körper bildet dabei den Ausgangspunkt – nicht als Ziel an sich, sondern als Zugang zu Wahrnehmung, Nervensystem und innerem Erleben.
Auch innerhalb der Asana-Praxis kann Yoga sehr unterschiedlich angeleitet werden.
Nicht die Haltung an sich ist entscheidend, sondern wie sie praktiziert wird:
mit welchem Tempo, mit welcher inneren Haltung, mit welchem Maß an Orientierung und Wahlfreiheit.
In meinem Unterricht dienen Asanas nicht der Form oder der Optimierung, sondern als feine Werkzeuge, um innere Prozesse wahrzunehmen und zu begleiten. Sie werden so eingesetzt, dass sie Regulation unterstützen und Raum für Erfahrung lassen.
Aus einer späteren, nicht-dualen Perspektive lässt sich sagen, dass Yoga letztlich nicht in verschiedene Richtungen zerfällt. Dieses Verständnis entsteht jedoch nicht durch Konzepte, sondern durch Erfahrung – und ist nicht Ausgangspunkt meiner Arbeit, sondern etwas, das sich mit der Zeit zeigen kann.
Dieser Text bezieht sich daher bewusst auf die Ebene der körperlichen Praxis und auf meinen konkreten Zugang zu Hatha Yoga im therapeutischen, trauma-sensiblen Kontext. Andere Aspekte von Yoga werden in einem eigenen Beitrag Raum finden.


